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  <title>pödgyr</title>
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  <itunes:summary>gedichte von ögyr, vertont und bebildert</itunes:summary>
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  <description>gedichte von ögyr (jörg meyer) vertont und bebildert.&lt;br&gt;
&lt;br&gt;
&lt;a href=&quot;http://podster.de/claim/2d98dundJ4dl7dY&quot;&gt;pödgyr bei podster&lt;/a&gt;</description>
  <lastBuildDate>Sat, 19 May 2012 13:02:47 +0200</lastBuildDate>
  <language>de</language>
  <copyright>Jörg Meyer (ögyr)</copyright>
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  <item>
    <title>boxenstopp</title>
    <description>jetzt die linke, ausholend zum
vers, dreitagebartfaltig.
dies abwarten immer, bis der treffer
mitten auf, nicht zwischen den

zeilen liegt. und das wort am boden,
staubsauger, schlauch, der luftzug
angezählt gewarnemündet - rostock
auf den rüden eisen, rotbäckchen

der kreidebleichen frau, die quietscht,
wenn man auf ihrer hauttafel schreibt,
den schwamm schon nass,
zu trocknen blut, schweiß und

tränen - &quot;drainage&quot; denkend. in den abfluss
verflossene, deren bett blieb
uns wüst, weil so erhitzt
von schmirgelnden zärtlichkeiten.

das mädchen mit den hölzern unterm
reifen im schlamm, die treibstofferfüllerin,
die schwarzweiß gekarote flagge,
winkend meinem wort etwas wie sieg.

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    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Tue, 08 May 2012 02:39:51 +0200</pubDate>
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  </item>
  <item>
    <title>früh zu</title>
    <description>mir schwindelt schon wieder
beim ersten chlorogefühl
vor diesem rauschen im blätterwald,
dem geblühe in zitronenrepubliken.

bin noch am falten des gefallenen
laubs wie der motten ums licht
mit ihren brüchigen flügeln,
wenn die nächte gekürztes erben.

mich ficht das an, die kroküste
violett am morgen, sich schon wieder
den tau vom brandungssaum leckend
und all solche schlüpfrigkeiten ...

ich schwinde hin immer wieder, wenn
vor dem blühen ein er- bis z- steht,
dieses schnöde alphagebet des so
genannt pochenden lebens.</description>
    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Sat, 05 May 2012 02:42:39 +0200</pubDate>
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  </item>
  <item>
    <title>Die (M)DNA der Disco</title>
    <description>&lt;em&gt;Madonna: MDNA (Interscope/Universal)&lt;/em&gt;

Wir kennen die Vision aus den frühen 90ern, was passiert, wenn man DNA in einem bernversteinten Saurier-Ei findet und daraus die Wiedergeburt solcher ausgestorbenen Spezies in einem &lt;em&gt;&quot;Jurassic Park&quot;&lt;/em&gt; züchtet. Nicht minder haben wir schon mal (das assoziativ naheliegende) MDMA genommen, wenn nicht als Substanz, dann damals, noch davor in den 80ern, von Madonnas &lt;em&gt;&quot;Immaculate&quot;&lt;/em&gt; Mutterbrüsten eingesogen, immer schon ein Faible für Pop-MILFs (wir sagen bewusst nicht: -Saurier) habend.

Jedoch zeugt die ewige Klon-Replikation einer inzwischen prähistorischen Disco- und Dancefloor-DNA aufgrund zu geringer genetischer Diversität inzestuöse Monster. Schon bei &lt;em&gt;&quot;Jurassic Park III&quot;&lt;/em&gt; war das trotz des ehedem ja mal genialen Unterfangens das Problem des Sequels: Es nutzt sich ab, die Urzeit-Echsen werden zunehmend roboterhaft, was ja noch Sinn hätte, wenn man die traute Rave-Vergangenheit in solche einer &lt;em&gt;&quot;Star Wars&quot;&lt;/em&gt;-Saga, Episode/Generation X transformierte. All das aber gelingt Ma Donna Ciccone nicht auf ihrem nunmehr das Dutzend voll machenden (besser: endgültig entleerenden) neuesten Studio-Album.

Das muss gerade Saurier schmerzen (&quot;I don't think you know what pain is ...&quot;), deren DNA einst, &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=S5n3tw294u4&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;spät-pubertierend von Madonna programmiert&lt;/a&gt; wurde. Ohnehin hatten erstere bei letzterer immer nur die Illusion, dass die Verhältnisse zum Tanzbaren zu bringen wären, begriffen den Dancefloor mit all seinen &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=QF7rCv6ch7M&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;aerotisch gepimpten Kostümierungen und Masken&lt;/a&gt; als das, was Verheißung (und dadurch ganz großes Sound-Kino) war, indem es höchst artifiziell inszeniert war, sein Illusionistisches nie verhehlte.

&lt;img src=&quot;http://www.schwungkunst.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/madonna_brandt.jpg&quot;/&gt;
&lt;em&gt;madonna/brandt: die trauer der DNArbeit (aus &lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/merz21/index.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;MERz.Monstrum&quot;&lt;/a&gt;, S. 72 (ögyr, 1991))&lt;/em&gt;

Was ist auf &lt;em&gt;&quot;MDNA&quot;&lt;/em&gt; davon übrig? Ein meist dumpf stampfender Nachhall, eine der schlimmsten, weil flachsten Varianten des Dancefloors (wenn es den überhaupt noch gäbe). Indes, auch in der Degeneration seiner DNA schwingt bei der Jurassic-Disco, die Madonna noch bis zu den &lt;em&gt;&quot;Confessions On A Dance Floor&quot;&lt;/em&gt; nie so wenig mehr war als hier, noch immer ein Echo des ursprünglichen genetischen Codes. Und vielleicht macht nur seine nunmehr allzu leichte Entzifferbarkeit das Ungemach.

Dabei geht es mit &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=tYkwziTrv5o&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&lt;em&gt;&quot;Girl Gone Wild&quot;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;, dessen Intro so - ja, wirklich! - süß an &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=N0IezfvD91c&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&lt;em&gt;&quot;Sorry&quot;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; von den &lt;em&gt;&quot;Confessions&quot;&lt;/em&gt; erinnert (wo sie ja noch höchst gewandt die alte ABBA-DNA repliziert hatte), recht hoffnungsvoll los. Aber dann geht mit der Dame of Pop der bad-girlie-geliftete Klon durch. Immer noch so, dass man sich in ihn verlieben würde, hätte man derlei Revivals nicht schon zu oft müden Mitzuck-Fußes verabschiedet, noch ein letztes Mal &quot;Forgive me!&quot; murmelnd. Drei Tracks später &quot;turnt&quot; man das &quot;radio&quot; nur noch down statt &quot;up&quot; - es gleicht zu sehr der DNA der Radio-Rotation und ihrer wohlfeilen Jingles wie in &lt;em&gt;&quot;Give Me All Your Luvin&quot;&lt;/em&gt;.

Mona Lisa Madonna is dead - gerade noch nicht im &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=Aqhm9RKFG1M&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&lt;em&gt;&quot;Masterpiece&quot;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;, das seltsam an ihre ganz alten &lt;em&gt;&quot;Immaculate&quot;&lt;/em&gt;-Zeiten erinnert (wie auch das ungebrochen betörende &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=m0Nu0C-JBHc&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&lt;em&gt;&quot;Fallin Free&quot;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;). Drum legen wir - traurig - das Ei beiseite, so steril ist es in vitro disco-befruchtet. Und fiepend rennen die niedlichen Raptoren davon, zurück in die Zukunft, &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=A8Rm51SP43k&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&lt;em&gt;&quot;Like A Prayer&quot;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; - oh, das waren noch (yeah! ewiggestrige ;-) Zeiten ...

&lt;&lt;&lt; &gt;&gt;&gt;

&lt;strong&gt;fallend frei&lt;/strong&gt;
(&lt;em&gt;nachdichtung: ögyr&lt;/em&gt;)

wenn ich falle diesen weg,
ich spür' an ihm bestimmtes weh,
am haaresspalt, der hält mich fest
in gold, das mich nicht von dir lässt.

ich schneid' gewiss mir in die brust,
dass du erspürtest diese lust.
denn wenn du solche funken sprühst,
wirst du mich retten aus der wüst'.
dein herz ist meinem doch ein heim,
so werd' ich frei und nicht mehr dein.

ich falle frei

und seh' dein herz, das ist auch mein,
dann bin ich frei, zu sein allein.
tief und rein sind wir die wunden
in uns'ren herzen unverbunden.

wenn ich schlage diesen flügel
und flatt're ihn auf deine hügel,
wirft schatten sich auf uns're zeit,
und hält dich mir nicht mehr bereit.

denn deine tag' mir zugedacht,
ich fall' dir zu und deiner nacht.
und was du nimmst, ist nur genug
von mir und ohne lug und trug',
es bleibt mir sicherer dein segel,
als dass ich daran dir noch fehlte.

ich falle frei

tief und fest die herzen einen
sich, und werd' ich dich nur freien,
wenn ich das art'ge wissen fass'
dass ich dich doch nun fahren lass'.

denn ich lasse dich nun los,
weil meiner ist nicht mehr dein schoß.
welch' fluss auch daraus fließen mag,
er spült mich fort, wo ich einst lag.

und dein gesicht, das throhnt darüber
wie gott, der führte uns hinüber,
dass alle macht und rand des lebens
wär' uns ein schöneres vergebens.
denn lass' ich dich nun von mir gehen,
wirst du erst recht mir nicht verwehen.

ich falle frei

ich falle
ich falle
ich falle frei
ich falle
ich falle
ich falle frei

tief und fest die herzen einen
sich, und werd' ich dich nur freien,
wenn ich das art'ge wissen fass'
dass ich dich doch nun fahren lass&#8217;.

tief und fest dein herze pocht
befreit von mir, dem schwarzen docht,
der für dich noch, o, liebste, brennt,
doch jetzt in seine freiheit rennt.

&lt;strong&gt;&lt;&lt;&lt; &lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/schwungkunst_blog/fallend_frei_madonna_oegyr.mp3&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;ögyr karaoke&lt;/a&gt; &gt;&gt;&gt;&lt;/strong&gt;

&lt;strong&gt;Falling free&lt;/strong&gt;
(&lt;em&gt;madonna&lt;/em&gt;)

When I move a certain way
I feel an ache I'd kept at bay
A hairline break that's taking hold
A metal that I thought was gold

And pure so sure I'd struck a vein
I wanted you to feel the same
So when you did ignite a spark
Rescue me from all this dark
See our hearts are intertwined
Then I'm free, free of mine

I'm falling free

And see our hearts are intertwined
And then I'm free, I'm free of mine
Deep and pure our hearts align
And then I'm free, I'm free of mine

When I raise a certain wing
And crawl beneath that growing thing
It throws a shadow over time
And keeps yours falling next to mine

Your days were meant to fly and do
I fall and fold mine into you
And what you take is just enough
And what you give is what I love
And when you lift you raise the sail
And then I&#8217;m free, free to fail

I'm falling free

Deep and pure our hearts align
And then I'm free, I'm free of mine
When I let lose the need to know
Then we're both free, we're free to go

When I lose a certain claim
That tries to know and needs to blame
Whatever river runs aground
It turns my head and washes down

The face of God that stands above
Pouring over Hope and Love
That all of might, and life, and limb
Could turn around and love again
When I let loose the need to know
Then we're both free, free to go

I'm falling free

I'm falling
I'm falling
I'm falling free
I'm falling
I'm falling
I'm falling free

Deep and pure our hearts align
And then I&#8217;m free, I&#8217;m free of mine
When I let lose the need to know
Then we&#8217;re both free, we&#8217;re free to go

Deep and pure our hearts align
And then I'm free, I'm free of mine
I let loose the need to know
Then we're both free, free to go

&lt;strong&gt;&lt;&lt;&lt; weitere ögyr karaokes (2000/2001) &gt;&gt;&gt;&lt;/strong&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/mp3/zu_schoen.html&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&quot;du bist viel zu schön&quot; (sugarbabes)&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/mp3/lucky.html&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&quot;lucky&quot; (britney spears)&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/mp3/menuett.html&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&quot;menuett&quot; (wendy carlos)&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/mp3/praeludium.html&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&quot;präludium.d&quot; (j. s. bach)&lt;/a&gt;</description>
    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Tue, 01 May 2012 04:31:05 +0200</pubDate>
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    <link>http://oegyr.podspot.de/post/die-mdna-der-disco/</link>
  </item>
  <item>
    <title>satz!</title>
    <description>((&lt;em&gt;ein &#8222;occupy oberhausen!&#8220;-manifest in 12(+) sätzen&lt;/em&gt;))

entsatz,
ersatz,
versatz.

besatz ...
zersetz-
satz.

// setzen! //

satzung,
setzung,
entsetzen

über gesetz:
setz-
wehen.

besetz&#8217;,
was dich
besetzt,

mit satz
gegen satz
für satz!

versetze
die sätze
zu neuem satz!

// sitzung: //

sit in
gegen gesetze
und grundsätze,

zinssätze,
grenzsätze.
zu setzen

sich zur wehr,
widersetzen,
auszusetzen

die gestrigen sätze
der gesetze
und ihrer setzer,

sich einzusetzen
für sätze,
gegensätze, kurz:

// satz! //

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    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Sat, 28 Apr 2012 09:09:34 +0200</pubDate>
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    <link>http://oegyr.podspot.de/post/satz/</link>
  </item>
  <item>
    <title>ein riss / ein vers / april</title>
    <description>(&lt;em&gt;&quot;du bist der rechte weg, die wahrheit und das leben&quot; - konfirmationsspruch dem ögyr&lt;/em&gt;)

&quot;einer horcht&quot; dem riss an diesem morgen
im vers, den einer schrieb und auch verschwieg,
dass er in ihm ein einer blieb, geborgen,
und ebenso versank, wie es euch stieg,

das wasser von den füßen bis an hälse,
die erde bis hinein ins tiefe grab.
so würden wir, was uns den wein vergällte,
im trunk'nen noch, was nüchtern uns vergab.

wir soffen bis zum er-, auch diesen tagen,
denen frühling schrieb sein eis noch weiß
in manchen regen ein, der fiel als schnee.

denn im april noch aus den himmeln wagen
sich die tiefgedruckten wetter, heiß
und uns're herzen tragend in ein weh.

&lt;em&gt;spoken: Matthias Wilms (H. M. Enzensberger: &lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/titanic/01_enzensberger_1gesang_wilms.mp3&quot;&gt;&quot;Der Untergang der Titanic, 1. Gesang&quot;&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.schwungkunst.de/titanic/13_oegyr_eis_am_sonntagabend_wilms.mp3&quot;&lt;/a&gt;ögyr: &quot;eis am sonntagabend&quot;&lt;/a&gt;), ögyr: &quot;ein riss&quot;. Musik: J. S. Bach: aus Motette BWV 229, &quot;Komm, Jesu, komm&quot; (Eric Ericson: Drottingham Baroque Ensemble, Eric Ericson Chamber Choir)&lt;/em&gt;

&lt;iframe width=&quot;100%&quot; height=&quot;166&quot; scrolling=&quot;no&quot; frameborder=&quot;no&quot; src=&quot;http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F44287688&#038;show_artwork=true&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;</description>
    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Wed, 25 Apr 2012 08:09:59 +0200</pubDate>
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    <link>http://oegyr.podspot.de/post/ein-riss-ein-vers-april/</link>
  </item>
  <item>
    <title>fußfundstück</title>
    <description>beim nächtlichen tv-zapping dies gefunden, das nicht nur fußfetischisten wie ögyr, auch fans künstlerischer fußnoten erfreuen dürfte: anne klinges fußtheater ...

zu sehen &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=YEQwBA61JXk&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; und in der talkshow tietjen &#038; hirschhausen (NDR, 20.4.2012):

&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;http://www.youtube.com/embed/jHitO49EksU&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;

infos: &lt;a href=&quot;http://www.fusstheater.de&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;www.fusstheater.de&lt;/a&gt;.

walk the line on bare feet telling!</description>
    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Wed, 25 Apr 2012 04:23:12 +0200</pubDate>
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    <link>http://oegyr.podspot.de/post/fussfundstuck/</link>
  </item>
  <item>
    <title>mit erster tinte des morgenthaus geschrie(be)n</title>
    <description>(&lt;em&gt;auch an günter grass&lt;/em&gt;)

empört sich einer - und das soll'n wir doch,
wir dichter, schreibend schweigend minderheit -,
eröffnet gähnend wie sein vers das loch
nun sich, zu schreien, was gewöhnlich schreit.

der dichter schreibt indes &quot;mit letzter tinte&quot;,
das ist sein auftrag, den nur er erteilt
sich selbst, und uns nur davon singt und blinkte
sein turm, der seinem elfenbein enteilt.

wer schreibt, der bleibt, doch nicht, wer solchem schreit
verzweiflung gegen zweifelndes verengen
und so nicht sagt, was nicht gesagt, bescheid

verkündet jenen tätern, die dem täter
dichtung nun den schreibtisch aberkennen,
an dem sie bleibt geschriebener verräter.</description>
    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Thu, 05 Apr 2012 03:33:13 +0200</pubDate>
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    <link>http://oegyr.podspot.de/post/mit-erster-tinte-des-morgenthaus-geschrieben/</link>
  </item>
  <item>
    <title>wohl temperiert, atlantisches hoch</title>
    <description>sonntag, 14. april, morgens:
noch zweistellig über null
reckt sich das quecksilber
an celsius' gestaden.

es weht indes, sonnig, kein wind
überm sonst oft sturm-gepitchten
drehbuch nordatlantik. zu nah an eises
feldern, wo der winter
sonst des frühlings saat
sät, nun ein eisiges verharren.

im kreißsaal der reichen wissen
deren schritte walzer tanzend
nicht, wohin mit solcher menopause
einer belle epoque, der aufsteigenden hitze
ihrer überhitzten märkte,
deren aktienkaufaufträge
im takt der dollars die morsefunker
kaum bewältigen.

&lt;em&gt;und darüber EISwarnungen beiseite legen.
&lt;/em&gt;
die hitze der geschäfte auch
auf der mnemopause des ozeans
verdrängt die warnungen plötzlicher
untergänge. crash ist dieser
reise wie der börse nicht eingeplant.

an der wallstreet roar-rotiert in diesen
horny teens der twenties die aktie der
white star line und ihrer schwesterdampfer
olympic, titanic und - noch im dock - brittanic.

ein titans nicken zu den kursen, konten,
knoten, noch vor dem untergang der
hochgeschwindigkeitsgeschäfte hundert jahre später.
hier brauchen nachrichten noch zeit,
circa 100 baud, so viel macht der schnelle
funker phillips, wenn er cape race @
newfoundland kontaktiert,
von wo der äther goldwert nach new york
drahttelegrafiert.

indes ist die temperatur in wenigen stunden
um dutzend grad des celsius gefallen,
das meer nahe dem gefrierpunkt nun, labrador-strömung.
leichter wind, aber nur ein hauch,

&lt;em&gt;aus nordost.&lt;/em&gt;

diverse schiffe melden eisfeld,
bleiben liegen, nehmen dampf
aus ihren segeln, denn selbst der
kann die vereisung der hybris nicht erwärmen.

der funker der titanic ist zu beschäftigt
mit den bösen börsen und den knuspernden kursen,
als dass er kursänderung befähle.
und der käpt'n ist bei seinem dinner
statt dem dampfer zu steuern

&lt;em&gt;seines schiffleins ruder.&lt;/em&gt;

schon wie immer:
katastrophen künden sich,
aber eben nur als notiz,
die kassandren zu deuten wüssten,
die aber nicht an marconis tasten sitzen

und hören nicht, was sich da
zusammenbraut und schiebt an &quot;iceberg
right ahead&quot;, sind kein ausguck, haben
keine ferngläser am neuen medium,
nur wie die dichter eine glaskugel
vor sich.

in der tat ist jeder rat des untergangs
dem nächsten teuer und immer nur verzerrt
und menetekel, lyrisches wir,
uns nicht deutbar, nur zu spät
uns&#8217;res schiffleins ruder herumschlagend.

und wären wir direkt darauf gelaufen,
hätten stirn statt steuerbord geboten,
wären wir verheert, aber nicht untergegangen.

&lt;em&gt;wohltemperiert ist unser untergang,&lt;/em&gt;

die trauernden terzen sind harmonisch eingeordnet
wie eingenordet. südwärts ist der weg des eises,
das uns're unnatur uns unentgegen
zum scheitern brachte.</description>
    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Tue, 03 Apr 2012 02:09:56 +0200</pubDate>
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    <link>http://oegyr.podspot.de/post/wohl-temperiert-atlantisches-hoch/</link>
  </item>
  <item>
    <title>zwischendeck</title>
    <description>hier sind die wände nicht von teak vertäfelt,
man sieht das genietete blech,
roh, gerade noch weiß getüncht.
ein paar zentimeter stahl
trennen uns vom ozean, auf dem wir
schwimmen, neues land suchend
in einer nussschale unserer hoffnungen.

über uns, zwei decks, klicken die schritte
der walzer, sind weiß die gamaschen
und ist der kragen nicht nur an diesem
sonntag, dem 14. april, rein.
unter uns, zwei decks, mischt sich
der kohlenstaub mit dem schweiß
auf den stirnen der heizer,
die schaufeln 21einhalb knoten
in die vulkane der kessel.

&lt;em&gt;nur eine leichte erschütterung

ein leises knarren im holz der kojen

kaum weckt es unseren schlaf&lt;/em&gt;

es ist so zart wie die warme hand der mutter
unsere wiege wiegte,
nun ein eiskreidiger finger
schreibt auf einer eisernen tafel
die strichliste der lebendigen
und der toten.
zwei strich backbord sind wir
die auf der falschen seite des kreuzes -
schon allein statistisch gerechnet
sind wir zwischen/totendeck.

die wahrscheinlichkeit, bernoulli,
die ziehung der nieten,
sprechen gegen uns.
archimedes nicht minder,
erbarmungslos ab jetzt sein gesetz
vom auftrieb, unerbittlich wahr.

&lt;em&gt;nur eine leichte erschütterung

ein leises knarren tief im holz der pritsche

kaum schläfert es uns aus&lt;/em&gt;

lobetal, unterm dach beim pastor.
der sagt, er habe &quot;den feind im haus&quot;,
den mikrofonen. allein,
er ist von kreuzes wegen der
barmherzigkeit verpflichtet.

in pfarrhäusern ist die dachkammer
das zwischendeck.
oder schon das wacklige rettungsboot.
bedürftige zuerst, sagt sich der pastor,
segnet vielmehr die ruder, dass sie ins wasser,
nicht auf köpfe schlagen.

auch eine segnung der zivilisation,
dieses christentum, wenn man so will.
hier hängt man keinen im auftrage könig
davits. hier bietet man ihm,
wenn auch die bibel in der tasche,
das henkerseil in der hand,
eine zwischendeckkammernde herberge
für die überfahrt derer,
die in verkennung der kenterungslage
die faust gereckt zum untergang.

nachmittags haben wir
zwei stunden ausgang auf dem achterdeck.
von hier aus sieht man die schrauben
westwärts schäumen.
21einhalb knoten. mit kaum
einer erschütterung.
ingenieur andrews ist begeistert,
wie &quot;ruhig sie läuft&quot;,
dass man das traben der
tausende pferdestärken
da unten nicht hört
auf ihrem apokalyptischen ritt.

erst als das erste rinnsal
viel zu eilig unter der tür der zelle hervorrennt,
als es sich formt schon nach sekunden zu
kleiner welle, eine spur von schaum
vorm mund
... des zorns der konterrevolutionären massen ...
nässend die bibel des pastors,
ihre seiten verklebend ...

das leise schwappen des teiches vor dem fenster
im zwischendeck lobetal. ein frühjahr
am ende der zeiten, eisgang noch im april.
das übersetzen über den großen teich in
einem nachen nur, unsinkbar, weil
längst versunken, wer in solchen steigt.

&lt;em&gt;nur eine leichte erschütterung der leiche

die hand, die seit zwei wochen zittert

keiner weiß wie jeder, warum&lt;/em&gt;

eine eisgraue lottofee hat die nieten
aus dem stahl gezogen, von dessen ordnungsgemäßem
zustand sich vorher ein staatlich beauftragter
vollzugsbeamter überzeugt hat.
eben noch schien es uns, als seien wir der stahl,
nun wirft man uns zum zu spröden eisen,
dem brüchigen.

&lt;em&gt;schrott

scheitern

... und alles muss vergehen, versinken,
verstehen ...&lt;/em&gt;

stabilität der gitter, guter stahl,
fester als das wasser von schweiß und tränen ätzend.
gefängnis auf dem weg in die freiheit,
so heißt sie. man muss kompromisse machen
im jetzt kompromisslosen des zwischendecks.
&quot;ein mann will nach oben&quot;, von unten getrieben
vom wasser, das ihm bis zum knöchel
schon steht, als er bemerkt,
dass die nur leichte erschütterung
gerade eine welt aus den angeln hebt.
eine alte welt, ja, aber was tut's
- oder tut nicht -,
wenn zwischen ihr und der neuen,
dem &quot;morgen schon an meiner seite im
himmelreich&quot; vier stunden
an seemeilenstrecke liegen, bis ...

&lt;em&gt;CQD / CQD / kommt schnell / stop / sinken über bug /
stop / MGY&lt;/em&gt;

die carpathia dampft voll heran,
peitscht ihre schrauben durch den ozean
zum entlastungsangriff gegen die kälte,
die in lobetal noch in diesem märz 1990
... herrscht, ja herrscht, wo eben noch die
proletarischen massen herrschten,
der stahl der revolution und nicht
seine brüchigen nieten aus schlecht geschmiedetem,
schlackigen eisen.

&lt;em&gt;nur eine leichte erschütterung&lt;/em&gt;

oder wie hieß das, wie eh in den zwischendecks?:
&quot;with a whimper not a bang!&quot;</description>
    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Tue, 03 Apr 2012 00:26:03 +0200</pubDate>
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    <link>http://oegyr.podspot.de/post/zwischendeck/</link>
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    <title>titanic - last song autumn</title>
    <description>requiem:

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    <author>Jörg Meyer (ögyr)</author>
    <pubDate>Sun, 01 Apr 2012 06:50:36 +0200</pubDate>
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